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ItalienWein spielt in der italienischen Kultur eine zentrale Rolle. In allen Regionen und fast in jeder Provinz des Landes werden Reben angebaut 55 Millionen Hektoliter werden jedes Jahr in Italien produziert, eine enorme Menge, die Italien, zusammen mit Frankreich, zur dominierenden Kraft auf dem Weltmarkt machen. Im Land selbst wird neuerdings nicht mehr so viel Wein getrunken wie früher, dafür ist der Verbrauch höherwertiger Tropfen gestiegen.
Die ersten italienischen Appellationen (DOCs) wurden in den 1960er-Jahren eingerichtet. Sie waren nicht wirklich darauf angelegt, Qualität zu sichern - viel zu nachlässig wurden Erträge, Rebsorten, Weinbaumethoden und Ausbaupraktiken gehandhabt. Weingüter mit höheren Zielen sahen sich gezwungen, außerhalb der Appellation zu operieren, und entwickelten das bis heute bestehende parallele Produktionssystem. Konsumenten müssen sich mittlerweile eine riesige Menge einzelner Weinnamen merken, um Schritt zu halten; einzig die Tatsache, dass damit auch eine ebenso große Auswahl fantastischer Weine verbunden ist, mag als versöhnlicher Ausgleich gelten.
Die beiden bedeutendsten Weinregionen Italiens, das Piemont und die Toskana, haben schon immer Weine mit unzweideutigen Verweisen auf exakte, leicht zu identifizierende Anbauzonen hervorgebracht. Von hier griff die "Qualitätsrevolution" auf andere Teile des Landes über. Nach einem kurzen Flirt mit internationalen Rebsorten hat sich Italien nun auch wieder auf seine traditionellen Trauben besonnen. Aus ihnen werden viele originelle, antike und individuelle Tropfen erzeugt, die vor der Ära der modernen Weinbereitung noch nie so im Licht der Öffentlichkeit standen, wie sie es verdienen.
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